Privatplatzierung

Prinzip und Begriff

Privatplatzierungen (auch Private Placements genannt) finden statt, wenn sich ein Unternehmen direkt über den nicht börsennotierten Kapitalmarkt vorzugsweise mit Eigenkapital oder eigenkapitalnahen Finanzinstrumenten finanziert. Somit werden bei Privatplatzierungen etwa Sachanlagen oder Beteiligungen angeboten, und das nicht öffentlich.

Das Prinzip Privatplatzierung besteht darin, dass die Unternehmen selbst Wertpapiere oder wertpapierlose Vermögensanlagen an Ihrer Gesellschaft am freien Kapitalmarkt platzieren. Je nach Umfang und Komplexität des einzusammelnden Kapitalpaketes kann die Realisation der Emission durch das Unternehmen selbst, durch Investmentbanken, Finanzvertriebe oder gerade bei KMUs oder Projektgesellschaften unter Zuhilfenahme seriöser Beratungshäuser erfolgen.

Privatplatzierungen sind in der Strukturierung günstiger als öffentliche Angebote, dafür müssen den Investoren meist höhere Zinsen gezahlt werden, da die emittierten Papiere schwieriger weiterveräußerbar (illiquider) sind, als öffentlich platzierte und notierte Wertpapiere. Je kleiner also das Emissionsvolumen, desto mehr empfiehlt sich die Privatplatzierung und umgekehrt.

Finanzierungsinstrumente

  1. Eigenkapital, z.B. als Aktien oder Kommanditanteile
  2. Mezzaninkapital, z.B. als stille Beteiligung, Genussrecht, Nachranganleihe oder -darlehen
  3. Fremdkapital, z.B. als Anleihen oder Schuldverschreibung

Dabei ist die Auswahl des geeigneten Finanzierungsinstruments für das betreffende Unternehmen abhängig von einer Reihe nicht unerheblicher Entscheidungskriterien:

  • Einflussnahme der Kapitalgeber auf das Unternehmen
  • Verweildauer des angeworbenen Kapitals im Unternehmen
  • Informationspflichten gegenüber Investoren
  • Art der Verzinsung
  • Gewinn- bzw. Verlustbeteiligung
  • Bilanzielle Auswirkung z.B. auf die Eigenkapitalquote
  • Wandelbarkeit von Fremd- in Eigenkapital

Projekt einreichen

Informieren Sie sich auf unserer Webseite unter Projekt einreichen und reichen Sie Ihr Projekt direkt über unser Finanzierungsanfrage-Formular ein oder kontaktieren Sie uns mit Ihrem Anliegen per Email oder telefonisch unter +43 676 841 325 325.

Konzeption und Vorbereitung

Abhängig von Volumen, Zielgruppe und Anzahl der anzusprechenden Zielinvestoren kann es erforderlich sein, dass ein sogenannter Emissionsprospekt erstellt werden muss, der von der jeweiligen Finanzmarktaufsichtsbehörde vor der Veröffentlichung genehmigt werden muss. Form und Inhalte des Prospekts sind gesetzlich vorgeschrieben und es ist in aller Regel sinnvoll, hierzu Profis für die Erstellung zu beauftragen. Die sehr strenge Prospekthaftung im Sinne des Anlegerschutzes bedingt gerade hier höchste Sorgfalt.
Der Erfolg einer Privatplatzierung ist maßgeblich von der Strukturierung des Finanzierungsangebots und dessen Vertriebs- und Marketingstrategie abhängig.

Emissionsprozess

Anders als bei einem Börsengang sind Privatplatzierungen nicht auf einen spezifischen Zeitpunkt fixiert, sondern der Platzierungsprozess zieht sich je nach Umfang und Stückelung des Emissionsvolumens über mehrere Wochen bzw. Monate. Dies mag auf den ersten Blick als Nachteil gesehen werden, bietet aber den Vorteil der höheren Flexibilität und Unabhängigkeit von temporären Marktentwicklungen.

Ob für die Privatplatzierung nur eine kleine Gruppe von z.B. 5-10 Privatinvestoren oder professionelle Investoren angeworben werden oder die Platzierung an eine größere Anlegerschaft breiter gestreut werden soll (max. 149 natürliche Personen), muss im Rahmen der Konzeption und in Abhängigkeit des jeweiligen Angebots abgewogen werden.

Investor Relations

Nach einer erfolgreichen Platzierung sind laufende Aktivitäten im Bereich Investor Relations erforderlich. Auch hier sind Art und Umfang durch die Konzeption der Privatplatzierung bedingt.